Sind Pferde Schicksal ?

Sind Pferde Schicksal?
Von Dr. Christiane Gohl

„Du hast aber auch immer ein Glück mit deinen Pferden!“ seufzt Anni nach einem entspannten Ausritt auf Gesas gelassenem Wallach Joker. „Ich dagegen ...“ Entnervt schildert sie, wie ihre eigene Stute sie letzte Woche schon wieder heruntergebuckelt hat. „Und dabei habe ich sie doch auch schon als Fohlen gekauft“, endet Anni. „Aber ich gerate immer an die Verrückten!“

Kann das stimmen? Ist es Glück oder ‚Schicksal’, wenn der eine immer ‚Schlaftabletten’, der andere ‚Rennmäuse’ im Stall hat?
Oder werden die charakterlichen Eigenschaften und Besonderheiten von Pferden doch eher vom Reiter beeinflusst?


Eins ist Tatsache: Wenn Mensch und Pferd länger zusammen leben und arbeiten, sind Auswirkungen auf das Verhalten der Vierbeiner erkennbar. Das können Kleinigkeiten sein, wie etwa eine nur beim Dressurreiten erkennbare, leichte Schiefe aller Pferde eines nicht ganz im Gleichgewicht sitzenden Reiters. Es mag eine Grundhaltung sein: Gesa zum Beispiel hat tatsächlich meist Pferde, die sich treiben lassen, während die Vierbeiner ihrer Freundin Marie stets sehr lebhaft vorwärts gehen. Es können sich allerdings auch echte Probleme ergeben: So hat Anni bereits das dritte, bockende Pferd in Folge und verzweifelt langsam an ihrem ‚Pech’.
Woraus entstehen nun diese Muster? ‚Suchen wir’ nach Pferden mit dieser oder jener Eigenheit – ähnlich wie bei der Partnersuche, bei der ja auch stets der gleiche Typ bevorzugt wird? Oder beeinflussen wir das Pferd durch unseren Umgang mit ihm? Um das zu ergründen, müssen wir die einzelnen Variablen genauer ansehen, aus denen sich das Verhalten eines Pferdes im Umgang mit seinem Menschen ergibt.

Einfluss der Pferderasse
Zuchtverbände stellen praktisch jede Pferderasse, die im Freizeitbereich vermarktet wird, als ‚ideales Familienpferd’ dar: ‚gelassen und scheufrei’, ‚freundlich und einfach im Umgang’. Dem Freizeitreiter wird damit suggeriert, er könne alles haben: Das elegante Dressurpferd, das gleichzeitig ‚Kindermädchen’ spielt, den spritzigen Tölter, der auch eine ‚Lebensversicherung’ für Anfänger darstellt. Das alles möglichst ohne eigene Anstrengung und Reitunterricht. In der Praxis ist dies natürlich nicht haltbar, zumindest nicht ohne Wenn und Aber. Schließlich mag der Grundcharakter einer Rasse noch so freundlich sein – er kann sich nur dann entfalten, wenn das Pferd artgerecht aufgezogen und ordentlich ausgebildet wird. Geschieht das nicht und macht der Reiter obendrein grobe Fehler, so zeigt jedes Pferd irgendwann Abwehrreaktionen – wobei diese durchaus ‚rassetypisch’ ausfallen! Araber zum Beispiel neigen bei falscher Behandlung am ehesten zum Durchgehen, Vollblüter und Iberer tendieren mehr zum Steigen und das Westernpferd bockt – während der Haflinger gern auf stur stellt und sich gar nicht mehr bewegt. Diese schlichte Erkenntnis erklärt, warum manche Reiter etwa vier oder fünf Steiger in Folge besitzen – sie kaufen einfach immer wieder Pferde ihrer Lieblingsrasse, die dann sehr ähnlich auf ihre immer wieder gleichen Fehler reagieren. Und ebenso erklärt es, warum ‚Rassenwechsler’ stets auf ‚Problempferde aller Art’ stoßen: Die verschiedenen Typen reagieren unterschiedlich auf die Provokationen ihres Reiters – und erschweren damit die Diagnose seiner Fehler, wenn denn doch mal ein Reitlehrer zugezogen wird. 
Neben ihrer speziellen Tendenz zu Abwehrreaktionen bei falscher Behandlung prägen die besonderen Bedürfnisse einer jeden Pferderasse ihre Beziehung zum Reiter. Ein Wochenendreiter wird einem von Natur aus sehr bewegungsbedürftigen Vollblüter zum Beispiel kaum gerecht, und ein ängstlicher Reiter ist mit einem gelassenen Robustpferd besser beritten als mit dem hochsensiblen Iberer. Entscheidet man sich nun trotzdem immer wieder unreflektiert und ohne Rücksicht auf die ‚Kompatibilität’ mit dem eigenen Alltag für die ‚Traumrasse’, sind Probleme vorprogrammiert.

‚Feeling’ beim Fohlenkauf?
Sehr viel seltener als durch die Wahl der unpassenden Rasse erklären sich ‚Pech’ und ‚Glück’ beim Pferdekauf durch verdeckte ‚Muster’ bei der ‚Partnerwahl’. Nur wenige Reiter schaffen es zum Beispiel wirklich, immer das ‚pfiffigste’ Fohlen aus einer Pferdeherde herauszuholen, mit dem sie dann bald durch Zirkuskunststücke glänzen – wenn sie nicht gerade an seinen Einfällen beim Abbau von Zäunen verzweifeln. Häufiger ergeben sich mehrfache Fehlkäufe durch mangelnde Kenntnisse des allgemeinen Pferdeverhaltens. So entscheiden sich Freizeitreiter zum Beispiel gern für das Jungpferd, das als erstes auf sie zu kommt, gleich schmusen und mitlaufen will. Sie halten das für ein Zeichen besonderer Menschenfreundlichkeit, ja sogar für eine Zuneigungsbekundung speziell für sie. Tatsächlich spricht es aber eher für Ranghoheit, Selbstsicherheit und Wagemut – sicher im Grunde positive Eigenschaften, die aber gerade ängstliche und unsichere Reiter überfordern. Hinzu kommt, dass Pferdehändler Anfänger beim Jungpferdekauf natürlich sofort erkennen und keinerlei Skrupel haben, ihnen gleich ihren vierbeinigen ‚Ladenhüter’ mit Fehlerpferdexterieur und schwierigem Charakter aufzuschwatzen. Auch das passiert oft mehrmals in Folge, wenn der Reiter den Fehlkauf auf ‚Pech’ zurückführt oder ihn mit Argumenten wie ‚Ich hab eben einen Blick für komplizierte Tiere, mein Hund hat am Anfang auch gebissen’ fast stolz abtut.

Führungsstile
„Manchmal hätte ich sie ja schon gern ein bisschen spritziger ...“ seufzt Gesa. Ihre Pferde zeigen im Umgang miteinander zwar sehr unterschiedliche Temperamente, unter dem Reiter laden sie aber durchweg ein zum ‚Seele baumeln lassen’. Gesas Vierbeiner bringt kaum etwas aus der Ruhe, sie setzen sich nur selten freiwillig in Galopp. Insofern genießt Gesa gelegentliche schnelle Geländeritte mit den Pferden ihrer Freundin Marie. Die gehören zwar der gleichen Rasse an wie ihre, bewähren sich allerdings eher als Vielseitigkeitspferde denn als ‚Kindermädchen’.
„Ich mag sie ja schnell, aber für meine Tochter könnten sie manchmal etwas ruhiger sein ...“ beschwert sich denn auch Marie – und leiht gern mal ein Pferd von Gesa für ihre Tochter oder einen Ausritt mit dem nichtreitenden Lebenspartner.
Marie und Gesa sind interessante Beispiele, denn die Ursachen für die verschiedenen Charaktere ihrer Pferde erschließen sich nicht aus ihren reiterlichen Fähigkeiten. Im Gegenteil, Gesa und Marie blicken auf einen sehr ähnlichen, reiterlichen Werdegang zurück, und beide bilden selbstgezogene Fohlen sowohl im Gelände als auch in höheren Dressurlektionen aus. Wenn sie trotzdem ganz unterschiedliche Pferdetypen ‚produzieren’, so liegt das an ihren stark voneinander abweichenden Führungsstilen. Gesa zum Beispiel geht leidenschaftlich gern mit Jungpferden um. Ihre Nachwuchspferde kommen schon als Saugfohlen mit ins Gelände, lernen Bodenhindernisse kennen und sind auch sonst ‚immer dabei’, wenn auf dem Hof etwas los ist. Gesas Führungsstil ist dabei locker und es gibt nur wenige konsequent umgesetzte Regeln. Das Ergebnis dieses legeren Stils sind Pferde, die sich im Umgang mit ihrer Besitzerin sehr sicher fühlen. Sie sind gelassen, vertrauensvoll, weitgehend scheufrei – aber sie lassen sich schon mal bitten, wenn Gesa schneller reiten will, als es ihnen gerade passt. Um die für höhere Dressurlektionen nötige Körperspannung aufzubauen, muss sie deutlich treiben, im Gelände auch mal die Gerte einsetzen. Dafür sind die Vierbeiner aber ‚Lebensversicherungen’ – auch für Anfänger und Kinder.
Marie dagegen überlässt ihre Fohlen während der Aufzuchtjahre meistens sich selbst und übt nur Grundfertigkeiten wie Anbinden und Hufe geben. Das Jungpferd wird dann liebevoll aber konsequent in einem feststehenden ‚Kurs’ an seine Aufgaben als Reitpferd herangeführt. Es lernt dabei von vorneherein, dass Forderungen gestellt werden, wenn es mit Marie zusammen ist. Meist erfüllt es sie gern, aber es geht doch mit einer gewissen Grundspannung in die gemeinsame Arbeit. Marie fördert das durch konsequent konzentriertes Reiten, ihre Pferde werden sportlich früher gefördert als Gesas, sind im Gelände aufmerksamer und gehwilliger. Für Anfänger und Kinder sind sie allerdings weniger geeignet, und wer die Seele zu intensiv baumeln lässt, hängt auch mal selbst am nächsten Ast.
Zwei Führungsstile, die unterschiedliche, aber doch gleichermaßen ‚gelungene’ Reitpferde hervorbringen. Andere sind leider weniger erfolgreich. Bei Anni zum Beispiel ist jeder Umgang mit ihren Jungpferden stark von Ängsten beeinflusst. Alles zielt stets darauf, zu verhindern, dass die Pferde ihr irgendetwas antun. Dazu zwängt sie sich und die Vierbeiner in ein Korsett von Regeln und Gewohnheiten, die sie ängstlich konsequent einhält. Jeder kleinste – für Außenstehende oft gar nicht erkennbare - Verstoß dagegen lässt Anni in Panik schimpfen und schreien. Das Pferd wird dadurch permanent verunsichert, es zeigt schon Anzeichen der Verspannung, wenn Anni es nur von der Weide holt. Entsprechend alarmiert verhält es sich auch unter dem Sattel.
Der Einfluss des Führungsstils des Reiters auf den ‚Charakter’ des Pferdes wird oft unterschätzt – im konventionellen Reitunterricht interessiert man sich meist gar nicht dafür, wie die Schüler beim Putzen und Aufsatteln mit den Pferden umgehen. Tatsächlich kann er das Verhalten des Einzeltieres aber ebenso entscheidend prägen wie unsere Sicht ganzer Pferderassen: Das Islandpferd zum Beispiel ‚verdankt’ dem traditionell streng konsequenten Führungsstil seiner Reiter in Kombination mit extrem ‚freier Aufzucht’ und später Konfrontation mit Menschen seinen gesamten Nimbus als ‚stolzes’, ‚zurückhaltendes’ und extrem gehwilliges Reitpferd. Iberische Hengste gelten nur deshalb als erheblich umgänglicher als etwa Warmblüter, weil man im Ursprungsland selbstverständlicher und gelassener mit ihnen umgeht. 

Einflussnahme des Reiters
‚Ein guter Reiter macht aus einem schlechten Pferd ein mittelmäßiges, aus einem mittelmäßigen ein gutes, aus einem guten ein ausgezeichnetes!’ – Diese alte Reiterregel bezieht sich sowohl auf reiterliche Technik als auch auf ‚Feeling’ für das individuelle Pferd. Beides in Kombination macht den guten Reiter aus, aber während auch Technik allein ausreicht, um einigermaßen mit einem Pferd zurecht zu kommen, ist es hoffnungslos, sich beim Reiten lediglich auf seine echte oder angenommene ‚Begabung zum Umgang mit Pferden’ zu verlassen. Genau das aber tun viele Freizeitreiter. Im Vertrauen auf die Wirkung von ‚Liebe’ und ‚Geduld’ werden zu früh Pferde gekauft und zu oft junge Pferde, die das Können ihrer Reiter überfordern. Züchter fördern das oft noch - besonders bei ‚Moderassen’, bei denen die Nachfrage das Angebot übersteigt. Mit dem Hinweis auf die ‚natürliche Leichtrittigkeit’ der Rasse wird dem Anfänger dann gern ein Jungpferd zur Ausbildung überlassen, was fast unweigerlich schief geht. Leider führt der Reiter das selten auf sein eigenes Versagen zurück, sondern eher auf ‚Pech’ bei der Pferdewahl. Oft genug schaut er sich gleich nach der nächsten ‚von Natur aus’ braven Pferderasse um und wird wieder enttäuscht.
Im Freizeitreiterbereich kommt es auch zu selten zu einer echten ‚Fehleranalyse’. Das liegt schon daran, dass nicht regelmäßig Reitunterricht genommen wird und obendrein bei wechselnden Lehrern. Annis aktuelle Reitlehrerin weiß zum Beispiel nicht, dass ihre Schülerin schon drei buckelnde Pferde hatte, sie vermutet bei ihrem aktuellen Pferd erst mal Kissing Spines. Dazu sieht sie Anni nie im Gelände, sondern nur auf dem Reitplatz, wo ihre Schülerin sich halbwegs entspannt, recht korrekt sitzt und ihr Pferd auf Trense reitet. Im Gelände dagegen schnallt Anni eine Westernstange ein, hält ihre Stute daran extrem kurz und zieht in jeder vermeintlichen Gefahrensituation hektisch am Zügel. Eine Abwehrreaktion des Pferdes ist hier vorprogrammiert: Die Quarterstute bockt, ebenso wie ihre Vorgänger, und macht sich das auf die Dauer zur Gewohnheit. Irgendwann setzt sie Anni auch auf dem Reitplatz und an der Trense ab, was sich wiederum die Reitlehrerin nicht erklären kann. Dann wechselt die Reiterin das Pferd – und eventuell auch gleich den Ausbilder. Schließlich hat die aktuelle Trainerin ihr doch wieder mal ‚nichts beibringen’ können.

Der Weg zum Traumpferd
Was tut man nun, wenn man mit dem eigenen Pferd nicht zufrieden ist? Ist ein Austausch der richtige Weg oder versucht man es doch noch mal mit Annäherung? Spontanhandlungen aus Enttäuschung heraus oder gar ein ‚Neues Pferd, neues Glück’-Denken sind sicher nicht angebracht. Hilfreicher ist zunächst eine Analyse der genannten Variablen: Was stimmt nicht in der Beziehung und was passt nicht zusammen? Liegt nur ein Problem vor, oder gibt es eine ganze Reihe von ‚Unvereinbarkeiten’? Wichtig dabei ist, nicht nur das Pferd zu beurteilen, sondern auch eigene Eigenheiten und Handycaps in Betracht zu ziehen. Würde Anni sich zum Beispiel eingestehen, dass sie eine ängstliche Reiterin ist und dass Pferdeausbildung ihr nicht liegt, könnte sie ihr ‚Glück’ schon beim Pferdekauf entschlossener schmieden. Das geeignetste Pferd für sie wäre ein älteres Robustpferd oder auch ein gut ausgebildetes, abgeklärtes Quarterhorse, das nicht nur ihre reiterlichen Ängste, sondern auch ihren verkrampften Führungsstil gelassener ‚an sich ablaufen’ ließe. Dazu wären regelmäßige Reitstunden beim immer gleichen Lehrer sinnvoll, in denen gezielt an ihren reiterlichen Schwächen gearbeitet würde. Mit etwas gutem Willen lässt sich der Reitstil relativ leicht verbessern, erst recht, wenn das Pferd ‚mitspielt’ und dem Reiter Vertrauen vermittelt. Den Führungsstil gänzlich ändern zu wollen, ist dagegen ziemlich hoffnungslos. Er ist deutlich stärker persönlichkeitsbedingt. So mag zum Beispiel Gesa Maries Konsequenz durchaus bewundern. Sie brächte es aber niemals über sich, ihre Pferdekinder ernstlich zu disziplinieren und Kreativität langfristig durch Konsequenz zu ersetzen. Marie ihrerseits wird sich nie so weit ‚verbiegen’ können, Gesas gelassenen Führungsstil nachzuahmen und ihre Nachwuchspferde auf ‚Schmusekurs’ zu trimmen. Beide Reiterinnen nutzen denn auch besser die Möglichkeit, ihr Traumpferd durch Verändern anderer Variablen im Reiter-Pferd-Verhältnis zu finden: Gesa zum Beispiel reitet seit einiger Zeit ein Problempferd, eine ursprünglich lebensgefährlich durchgehende Araberstute. Unter Gesas sanfter Hand entwickelt sie sich rasant in Richtung ‚Verlasspferd’, bleibt dabei jedoch ‚spritzig’. Und Marie hat für ihre Tochter einen als hoffnungslos stur geltenden Haflinger angeschafft. Nach drei Monaten konsequenten Trainings schafft er die erste Turnierplatzierung, trägt das Kind aber immer noch brav durchs Gelände.

Was tun mit dem ‚falschen’ Pferd?
Für Gesa und Marie wäre es auch kein Problem, sich von einem selbst aufgezogenen Pferd zu trennen, wenn es ihren Traumvorstellungen denn nun gar nicht entspricht. Sowohl für Gesas Verlass- als auch für Maries Sportpferde gibt es einen Markt. Ein neuer Besitzer wäre leicht zu finden.
Schwierig wird die ‚Entsorgung’ des ‚Fehlgriffs’ dagegen bei Vierbeinern wie Annis ‚selbstgestrickten’ Problempferden. Privat lassen sich schwierige Pferde praktisch nicht verkaufen, letztlich ist nur der Händler bereit, sie abzunehmen und möglichst gegen ein angeblich einfacheres Pferd zu tauschen. Für die Reiter wird das schnell zur bequemen Gewohnheit. Ist die erste Hemmung vor dem Pferdehandel überwunden, wechseln sie immer schneller. Motto: „Irgendwann muss ich doch auch mal Glück haben!“ Pferdekauf wird so zum Spiel, das sehr bald auch als lustvoll empfunden wird. Die dauernden Wechsel sind ja scheinbar risikofrei: Der Händler tauscht immer wieder um, wenn sich ein Pferd gegen Annis verheerenden Reitstil auflehnt, und zwischendurch geht es auch stets ein paar Wochen gut.
Auf der Strecke bleiben dabei wie immer die Pferde, die bei jedem Besitzerwechsel, bei jeder Trennung von der gewohnten Herde mit neuen Traumata – und neuen Untugenden! – in den Händlerstall zurückkehren. Wehren können sie sich dagegen nicht, denn für sie trifft zweifelsfrei zu, was wir nur diskutieren: Der Mensch ist ihr Schicksal.


Wenn Betrüger ‚Schicksal spielen’ ...

„Sie ist soo lieb!“ schwärmt Jana von ihrer Neuerwerbung vom Pferdehändler und -Importeur. „Wir haben sie ohne Sattel und nur am Stallhalfter probegeritten, aber sie war trotzdem total ruhig und artig!“
Am nächsten Tag sieht das leider anders aus. Schon beim ersten Reitversuch buckelt die Stute ihre Besitzerin ab, danach drei weitere Reiter in Folge.
Jana ist nun verunsichert: Soll sie das Pferd behalten und eine Korrektur versuchen? Oder ist Rückgabe oder Tausch angesagt?
„Jetzt ist sie doch schon mal da ...“ überlegt Jana. „Und mit viel Liebe ...“
Genau auf diese Überlegungen spekuliert der Händler, der natürlich genau weiß, wie sich seine ‚Ware’ nach Ausschlafen des Beruhigungsmittels verhält! Freizeitreiter neigen dazu, Fehlkäufe als ‚Schicksal’ oder ‚Herausforderung’ zu betrachten und fordern oft nicht mal einen Teilbetrag des Kaufpreises zurück. Sie würden ihn auch kaum erhalten. Der Händler schlägt in solchen Fällen einen Tausch des Pferdes gegen ein anderes seiner Verkaufspferde vor und kassiert mit etwas Glück sogar noch einen Aufpreis. Meist lebt er sehr gut von seinen Betrügereien auf Kosten von Reitern und Pferden. Denn selbst wenn Jana ihre Stute behält: Auf Dauer glücklich wird dieses Paar nicht. Korrektur von ausgeprägten Problempferden ist nicht in erster Linie eine Frage von Liebe und Geduld, sondern von Know How, Können und Mut. Wer sich all das in jahrelanger Arbeit erworben hat, lässt sich kein gedoptes Pferd mehr andrehen, der entscheidet sich höchstens bewusst für die Arbeit mit einem Problempferd – das er meistens geschenkt erhält. Die freundlich naive Jana dagegen wird mit ihrem hoch bezahlten Rodeopferd unweigerlich scheitern und die Stute letztlich doch frustriert wieder abstoßen. Sie landet dann beim nächsten Händler – und Jana lässt sich womöglich auf einen Tausch ein, um nicht zu viel Geld zu verlieren. Mit etwas Pech steht dann das nächste Problempferd im Stall.
Das bessere Vorgehen: Herz verhärten, Ausreden („Vielleicht ist es ja nur die Stallumstellung ...“) konsequent verdrängen und das unter betrügerischen Umständen erworbene Pferd sofort zurück geben! Lassen Sie sich auch auf keinen Fall auf einen Tausch ein, sondern fordern Sie den vollen Kaufpreis zurück und drohen im Zweifelsfall mit einer Anzeige. Der Händler wird dann nachgeben; Das neue Pferdehandelsrecht gibt ihm keine Chance, einen eventuellen Prozess zu gewinnen. Und würden sich all seine betrogenen Kunden konsequent richtig verhalten und seine Machenschaften aufdecken, würde er den nicht profitablen Handel bald aufgeben.   

 

 

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