Nero

Haflingerwallach

1977 - 2009

In der Nacht zum 23.März 2009 musste ich meinen Haflinger Nero im Alter von 32 Jahren einschläfern lassen. Er war bis zum Schluss fit und wurde noch mehrmals die Woche geritten. Er war mein erstes eigenes Pferd und hat mich über 17 Jahre begleitet. Da wir Pferde nicht als Sportgerät betrachten, sondern als Freund und Partner mit eigener Persönlichkeit, möchte ich mich in dieser Weise von Nero verabschieden. Nero war kein „Pro Equis“ Pferd aber wir möchten ihn trotzdem auf dieser verabschieden, da wir deutlich machen möchten, dass Pferde Lebewesen sind, die unglaublich liebenswerte Lebewesen sind und eine würdevolle Begleitung bis zum Schluss verdient haben: Lieber Nero, gestern Nacht musste ich die schwere Entscheidung treffen, Dich einschläfern zu lassen. Du hattest plötzlich eine schwere Kolik bekommen. Der Darm war eingeklemmt und Deine Schmerzen waren unerträglich mit anzusehen. Vielleicht hätte man Dich noch operieren können, aber die Chancen standen nicht gut und mit Deinem Alter von 32 Jahren wollte ich Dir den Weg in die Klinik mit allen Unwägbarkeiten und Risiken ersparen. Ich weiß doch, wie unglücklich Du immer warst von Deiner kleinen Herde mit Tessa und Flora getrennt zu sein. Ich hoffe Du trabst jetzt mit Ninja, Wildfang und Raubautz zusammen vergnügt über saftige Weiden im Pferdehimmel.

Zu unserem letzten Offenem Adventstürchen warst Du noch der Star unserer Aufführung. „Kleines Pferd ganz groß“ hieß die Geschichte und es war Dein Leben, was wir erzählt haben. Ein Leben voller Höhen und Tiefen, kein besonderes Pferdeleben mit großen Erfolgen im Rampenlicht, aber das Leben einer echten Pferdepersönlichkeit.

Du warst mein aller erstes eigenes Pferd und hast mich 17 Jahre lang begleitet. So viele schöne Geschichten sind in meiner Erinnerung, wir sind wirklich zusammen durch dick und dünn gegangen. Auch wenn ich von keinem anderen Pferd so oft runter gefallen bin wie von Dir, wenn es darauf ankam, konnte man sich auf Dich verlassen. Wir haben mit Dir zusammen ein unvergessliches Silvester erlebt, als wir in der Silvesternacht mit Dir und unseren Hunden Klaus und Kimmy von Wackernheim zu Freunden nach Frei-Weinheim gewandert sind. Du warst immer voller Elan bei den verschiedensten Aufführungen in Wackernheim dabei. Ob Wilder Westen Wackernheim, Feuerwehrfest, Chorus Line, man konnte Dich überall einsetzen.

Du bist beim Spazierengehen wie ein Hund frei mit uns gelaufen und wenn Du zu lange an saftigen Grasbüscheln geknabbert hast und die Entfernung zu uns zu groß wurde, bist Du hinter uns hergaloppiert. Wenn es Dir im Paddock zu langweilig wurde, hast Du immer einen Weg gefunden auszubrechen, entweder einfach durch den Zaun durch oder hast Dich darunter gerollt. Du bist in unserem Haus in Wackernheim die steile, enge Gartentreppe mit 20 Stufen hinter uns her bis ins Wohnzimmer gelaufen und auch ganz souverän –wobei uns der Atem stockte – wieder hinunter gelangt. Wir haben zusammen einen Zirkuskurs gemacht und Du warst von der Übung eine Verbeugung zu machen so begeistert, dass der Hufschmied danach Probleme hatte, Dir die Hufe zu beschlagen. Wir durften zusammen im Park von Schloss Reinhartshausen einen kleinen Ritt unternehmen und haben Günter Strack als Spätlesereiter den Weinkulturpreis überreicht. Die vielen Kameras haben Dich dabei nicht im mindesten gestört. Du liebtest es im Mittelpunkt zu stehen - und je mehr Trubel um so besser. So konnte man Dich u. a. in den Heute Nachrichten und im Heute Journal bewundern. Ich habe mit Dir zusammen den Berittführer-Lehrgang gemacht und Du hast mich sicher über Stock und Stein getragen.

Bei der Teilnahme an einem Mannschaftswettkampf mit Laufen, Radfahren und Reiten über 12 Km haben wir beide zwar den letzten Platz belegt, aber sicherlich den meisten Spaß dabei gehabt. Du hast mich im dichten Nebel sicher nach Hause gebracht, als ich die Orientierung verloren hatte und hast Dich standhaft geweigert weiterzulaufen, weil ich einen dünnen Draht, der über den Weg gespannt war, nicht gesehen habe.

Ich hoffe, hier in der Eulenmühle hattest Du dein Pferdeparadies gefunden. Mit viel Platz, gutem Futter, großen Weiden und was das Wichtigste für Dich war - vielen anderen Pferden. Mit Deiner eigenen kleinen Herde. Ich hoffe deine beiden Mädels Tessa und Flora kommen noch eine Zeitlang ohne Dich klar. Bis zum Schluss bist Du noch mehrmals die Woche in der Reitstunde mitgelaufen und hast den jüngeren Pferden gezeigt, wie ein richtiger Galopp aussieht und das am Schluss der Abteilung zu laufen nicht dein Ding war. Ich bin unendlich traurig, dass Du nicht mehr bei uns bist. Ich denke alle Reitschüler werden Dich sehr vermissen. Wir hätten uns gewünscht, dass Du noch einige Jahre bei uns bleibst. Aber wie in unserer Geschichte „Kleines Pferd - ganz groß“ am 1. Advent letzten Jahres eines Tages ist es Zeit Abschied zu nehmen und wir sind froh Dich auf deinem letzten Weg begleitet zu haben. Danke für die Freude und das Glück, was Du uns geschenkt hast – wir hoffen, wir konnten ein bisschen davon zurückgeben. Machs gut.

Termine

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Pro Equis Malkurs

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Flohmarkt in der Eulenmühle

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Sachkundenachweis Für Pferdehalter

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Patenfest am 1.Mai

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HAPPY HORSES

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Professionelles Fotoshooting mit Pferden

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