Das eigene Pferd

 

Ein eigenes Pferd von Anfang an?

von Dr. Christiane Gohl

 

Reiten auf Schulpferden, oder gleich der Sprung ins kalte Wasser und die Anschaffung eines eigenen Pferdes? Viele Freizeitreiter tendieren schnell zur Anschaffung eines eigenen Pferdes. Von ihm erwartet man mehr ‚Verständnis’ als vom Verleihpferd. Man hofft auf ein Zusammengehörigkeitsgefühl, das die Reiterei erleichtert, und glaubt, mit einem ‚vertrauten’ Vierbeiner Ängste überwinden zu können. Ist das aber tatsächlich so?

 

Alle Reiter wünschen sich ein eigenes Pferd – die meisten Freizeitreiter haben es. Das hat schon ‚historische’ Gründe, die Freizeitreiterei begann schließlich mit der berühmten ‚Rettungsaktion’ für isländische Schlachtfohlen. Damals erstanden viele Tierfreunde ohne jegliche Vorkenntnisse Jungpferde aus Island und mussten mit Erziehung und Einreiten selbst klar kommen. Ursula Bruns half ihnen per Rundbrief und entwickelte dabei pragmatische und möglichst pferdefreundliche Reit- und Ausbildungsstile. Dazu ist Freizeitreiterei untrennbar mit Angeboten für ‚Späteinsteiger’ verbunden, also Menschen, die erst als Erwachsene zum Pferd kommen. Besonderes Merkmal: Vermehrte Vorsicht und Unsicherheit, aber erhöhte Kaufkraft. Wer traditionell als Kind in der Reitschule landet, träumt vom eigenen Pferd – der Erwachsene plant oft gleich von Anfang an den Pferdekauf. Die Unterrichtsangebote von Freizeitreiter-Reitschulen sind denn auch schwerpunktmäßig auf Reiter mit dem eigenen Pferd zugeschnitten, außerdem verlaufen sie meist in Kursform. Wer alternativen Reitstilen zuneigt, hat nur selten die Möglichkeit, sein Hobby einfach wöchentlich auf Verleihpferden auszuüben wie die Reitschüler im konventionellen Vereinsställen. Will man also nicht nur im Urlaub reiten, so braucht man fast zwangsläufig ein eigenes Pferd. Allerdings: Der Umgang mit dem Vierbeiner ist nicht so einfach, wie der Anfänger ihn sich vorstellt. Ganz sicher ist er nicht ‚automatisch’ harmonischer, nur weil der Name des Reiters im Pferdepass des Vierbeiners steht.

 

Verfrühter Pferdekauf

Wie gesagt sind die meisten Reitschulen für Freizeitreiter Ferienreitschulen. Das heißt, man lernt hier Reiten in einer Ausnahmesituation: Zeitdruck fällt weg, man ist entspannt, die Gegend ist schön und deutlich ‚autofreier’ als das Gelände zuhause – und die Pferde sind gut geschult. In hochkarätigen Reitschulen sollten die Schulpferde im Umgang und unter dem Sattel brav sein, auf richtige Hilfen richtig, auf falsche möglichst gar nicht reagieren. Mit solchen Pferden macht Reiten Spaß, Ängsten wird vorgebeugt und der Reiter kommt relativ schnell weiter. Dabei wächst sein Selbstvertrauen, was natürlich bis zu einem gewissen Grade erwünscht ist. Am Ende des Elf-Tage-Kurses hat man einen Sprung überwunden und einen Tagesritt gemeistert – man fühlt sich ‚fortgeschritten’ und sitzt ja auch wirklich schon recht gut auf dem Pferd. Sicher sitzt man allerdings nicht und auf brenzlige Situationen ist man auch nicht vorbereitet. Insofern fallen solche Reiteinsteiger meist aus allen Wolken, wenn sie anschließend in der Reitschule nebenan weiter machen wollen. Plötzlich klappt nichts mehr – und den Fehler sucht man dabei natürlich bei den schlecht ausgebildeten Pferden und dem Ton des Reitlehrers. Vielleicht auch beim mangelnden ‚Draht’ zum Schulpferd – die esoterische Ader ist beim Freizeitreiter traditionell stark ausgeprägt; man wünscht kein ‚Leihpferd’, sondern einen Freund. Wer jetzt nicht auf den nächsten Urlaub warten will, bevor er wieder in den Sattel steigt, liebäugelt schnell mit dem Kauf eines eigenen Pferdes. Und hofft dabei natürlich auf ‚Perlen’ wie in der ursprünglich besuchten, privaten Reitschule. Angebote für diesen Interessentenkreis gibt es reichlich, ganze Zuchtverbände vermarkten ihre Pferde schließlich als ‚von Natur aus scheufrei und leichtrittig’. Tatsächlich sind sie das natürlich nicht – jedes Pferd braucht Schulung, um rittig und sicher zu werden und behält diese Eigenschaften nur bei, wenn es ständig weiter gefördert wird. Selbst wenn es also möglich wäre, ein erstklassig ausgebildetes Schulpferd zu erwerben, bliebe es auf Dauer kein ‚Schätzchen’. Neben der Arbeit mit dem Anfänger brauchte es weiterhin Beritt. In der Praxis sind vierbeinige ‚Perlen’ aber meist gar nicht erst auf dem Markt. Stattdessen ersteht der gutgläubige Reiteinsteiger junge Pferde („Ach, natürlich kommen Sie damit zurecht, die sind doch von Natur aus ...“) oder Importe vermeintlicher Traumrassen. Gerade bei letzteren Käufen erfolgt der Einbruch meist sehr schnell: Beim Probereiten ist das Pferd noch ver-ängstigt und demoralisiert – bei ganz gewissenlosen Händlern steht es auch mal unter Drogen. Nach vier Wochen im neuen Stall zeigt es jedoch seinen wahren Charakter, und der kann durchaus ein Dickkopf sein. Oder es buckelt Frustrationen heraus, macht sich unter dem Sattel selbständig, beweist mangelnde Reitausbildung – und bringt den Käufer damit sehr schnell an seine Grenzen.

 

Pferde als ‚Persönlichkeitstrainer’?

Pferde, egal ob jung oder alt, Importe oder Inlandszucht, sind keine Therapeuten. In Zusammenarbeit mit einem menschlichen Trainer können sie zwar wunderbare ‚Reitlehrer’ und bis zu einem gewissen Grade auch ‚Persönlichkeitstrainer’ sein, aber von sich aus führt kein Pferd seinen Besitzer zur reiterlichen oder sonstigen Reife. Zumindest keinen Anfänger. Die häufigen Zitate sämtlicher Reitmeister „Meine Pferde waren meine Lehrmeister ...“ beziehen sich durchweg auf weit fortgeschrittene Reiter-Pferde-Paare. Das Verhältnis zwischen Anfänger und Jungpferd beschrieb Wolfgang Bechtle in ‚Ponys hinterm Haus’ treffender, wenn auch weniger prosaisch: „Zwei Nullen zusammen ergibt Nichts.“

Wenn es also gleich am Anfang ein eigenes Pferd sein soll – oder muss, für viele Reiter gibt es ja praktisch keine Alternative – so auf keinen Fall kombiniert mit ‚Haltung in Eigenregie’. Auch zum Kauf sollte der Einsteiger nicht allein gehen, und ebenso wenig mit wohlmeinenden Freunden aus der Freizeitreiterszene. Die mögen nämlich langjährig reiten – Pferdekenner oder gar Pferdehandelskenner sind sie noch lange nicht. Sehr viel besser ist es in diesem Fall, sich einem professionellen Trainer anzuvertrauen, und zwar möglichst dem, bei dem man das Pferd dann auch einstellt und bei dem man weiterhin Unterricht nimmt. Das sollte gewährleisten, dass er objektiv berät. Schließlich hat er kein Interesse daran, seinen Schüler demnächst regelmäßig von dem von ihm empfohlenen Pferd fallen zu sehen und sich die entsprechenden Beschwerden anhören zu müssen.

 

‚Leasing-Pferde’

„Nein, Schulpferde habe  ich nicht, ich verkaufe Ihnen höchstens ein Pferd und unterrichte Sie dann mit dem zusammen.“

Eine Auskunft wie diese bekommt man besonders häufig von Islandpferdetrainern, und so fragwürdig man die Methode als lang-jähriger Reiter mit ‚Ochsentour-Erfahrung’ auch finden mag - sie ist zumindest ehrlich! Der Reiter und Käufer weiß, woran er ist, wohingegen anderswo der Reitschulbetrieb nur vorgeschoben wird, um Anfänger möglichst schnell zum Kauf eines der ‚Schulpferde’ zu bewegen. Bei der ständigen Pferdefluktuation in solchen ‚Schulen’ fällt der positive, schnelle Lerneffekt echter privater Reitschulen nämlich weg. Schließlich hat man es ja nicht mit abgeklärten Schulpferden, sondern mit Jung- oder Importpferden zu tun. Dafür werden dem Reitschüler Fortschritte vorgegaukelt, die er bei Licht besehen gar nicht erlangt hat. Und dann steht er womöglich noch allein mit dem Vierbeiner da, weil die Pensionspferdehaltung des Verkaufsstalles natürlich begrenzt ist – ebenso wie die Reitlehrer- und Trainerqualifikation der dortigen ‚Lehrer’.

Vorsicht also vor Reitschulen, in denen die vierbeinigen Lehrer durchweg käuflich sind! Beim reinen ‚Privatlehrer’ mit Pferdezucht oder –Import und Pensionspferdehaltung ist man da meist besser aufgehoben. Auf eins muss man sich dabei allerdings einstellen: Man wird das Pferd häufig wechseln. Das gesamte Prinzip ist darauf zugeschnitten, dem Reiter immer das Pferd zu verkaufen, das zu seinem aktuellen Leistungsstand passt. Gemeinsames Lernen und aneinander wachsen ist nicht vorgesehen – und wäre beim anfänglichen Wissensstand Null ja auch kaum möglich. Das Anfängerpferd, das dem Reiter hier als erstes verkauft wird, ist schließlich keine ‚Perle’ wie die besagten Spitzenschulpferde privater Reitschulen, die vom Elf-Tage-Kurs bis zum fortgeschrittenen Dressurkurs alles mitmachen. Solche Pferde wären unbezahlbar. Stattdessen verkauft man dem Anfänger ein nettes, braves Pferd mit beschränkten Kenntnissen und weichen Gängen – und rechnet damit, dass ihn dies nach einem Jahr langweilt. Dann wird es gegen das nächste getauscht, der Reitlehrer nimmt es kurz in Beritt und gibt es dann an den nächsten Anfänger weiter. Im Prinzip nicht schlecht für Reiter und Pferd, dem sowohl Stallwechsel als auch Wechsel der Bezugsperson erspart bleiben. Hier sollte man sich nämlich nichts vormachen: Müsste das Pferd ‚seinen Menschen’ benennen, so wäre das der Trainer. Insofern geht die Sache auch nur so lange gut, wie der Reiter nicht auf die Idee kommt, sich aus diesem System zu verabschieden. Zum Beispiel, indem er sein Pferd plötzlich in Eigenregie ohne Unterricht halten will, oder sich dazu gar ohne Beratung ein ganz neues Pferd zulegt. Damit stößt er dann nämlich schnell an seine Grenzen – und baut Ängste auf.

 

Selbstkritik und Geduld

Bei jedem Pferdekauf – aber noch mehr bei Käufen durch relative Anfänger – ist Selbstkritik gefragt und dazu ein kühler Kopf. Nach einem Elf-Tage-Kurs oder nach einem Jahr in der Reitschule ist man noch Anfänger, egal wie großartig man selbst sich bereits fühlt und egal was einem Freunde und möglicherweise sogar ‚Reitlehrer’ erzählen. Zusammenleben und –Lernen mit dem eigenen Pferd geht insofern nicht in Eigenregie, man braucht Lehrer und Ansprechpartner, denen man vertrauen kann. Mitunter ist es insofern besser, etwas Geduld aufzubringen und mit dem Kauf des Privatpferdes zu warten. Dabei ist es sinnvoll, intensiv zu ‚schnuppern’, also Reitkurse und Reiterurlaub auf verschiedenen Pferderassen zu absolvieren, vielleicht auch verschiedene Reitstile auszuprobieren. Das eigene Pferd kommt dann erst, wenn man sich wirklich bewusst für einen Stil und einen Lehrer entschieden und die allerersten Anfangsklippen überwunden hat. So sollte man zum Beispiel in allen Grundgangarten zügelunabhängig sitzen, treiben und verhalten können. Das eigene Pferd braucht dann auch kein totaler ‚Selbstläufer’ zu sein. Es genügt, wenn es ordentlich geschult und vielleicht zwei oder drei Jahre unter dem Sattel ist. Ein guter Reitlehrer bringt den Schüler dann bald auf den Stand des Pferdes – und kann anschließend beide gemeinsam fördern. Das dauert länger als beim ‚Leasing-Pferd’ mit Umtauschgarantie, macht aber auch mehr Spaß und fördert das, wovon man ursprünglich träumte: Die ganz besondere Beziehung zwischen dem Reiter und ‚seinem Pferd’, beziehungsweise dem Pferd und ‚seinem Menschen’.

 

Wo kauft man vierbeinige Perlen?

Zum Pferdekauf gehören Käufer, Verkäufer und fast immer auch noch ein oder mehrere Berater. Im Idealfall sollten alle daran interessiert sein, dass Pferd und Reiter gut zusammen passen. Der Gedanke an eine ‚Eheanbahnung’ ist hier die bessere Leitidee als die eines Geschäfts oder gar Schnäppchens. Leider ist das selten der Fall.

Der Verkäufer zum Beispiel will das Pferd oft vor allem loswerden. Nicht um jeden Preis, sondern möglichst teuer. Wenn der Preis stimmt, ist vor allem professionellen Pferdehändlern völlig egal, wo das Pferd landet und ob der Reiter damit glücklich wird.

 

Der Käufer sucht theoretisch natürlich einen ‚Partner’. Seine Vorstellung ist allerdings die des ‚Märchenprinzen’. Entspricht das Pferd äußerlich seinen Traumvorstellungen und redet der Händler obendrein geschickt wie ein Heiratsschwindler, so greift er oft daneben.

Der Berater ist erstens oft überfordert. Mitunter versteht er nicht viel mehr von Pferden als der Käufer, er geht nur länger mit ihnen um. Das ist etwa die Qualifikation eines langjährigen Fernsehzuschauers, der nun beim Kauf eines DVD-Spielers beraten soll. Er äußert sich allenfalls zu Preis und Design. Mitunter ist der Berater auch psychologisch ungeschickt, sprich, er kann den Märchenprinzen zwar erkennen, sieht das Desaster seiner Ehe mit Lieschen Müller jedoch nicht voraus. Oder schlimmer noch: Er spekuliert selbst auf eine ‚Affäre’ mit dem Traumpferd, sprich langjähriges Bereiterhonorar. Das alles muss bedacht werden, wenn man die Käufer-Verkäufer-Beraterkombination plant. Beim Käufer gehört dazu vor allem Selbstbeschränkung. Wer das Bild des idealen Partners vor Augen hat, guckt sich Märchenprinzen gar nicht erst an. Beim Verkäufer sind zumindest große Händlerställe mit Vorsicht zu betrachten, in denen an jedem Wochenende `zig Pferde umgesetzt werden. Besser kauft man aus Privathand oder vom Züchter. Hier darf zumindest eher ein wenn auch kleines Interesse am späteren Wohlergehen des Pferdes vorausgesetzt werden. Besonders wichtig ist der Berater. Nehmen Sie lieber einen Pferde-Profi mit als einen Freizeitreiter, und bezahlen sie denjenigen für seine Hilfe. Am Besten sollte er Sie und Ihre reiterlichen Fähigkeiten – auch eventuelle Ängste! - bereits kennen. Der Reitlehrer ist meist eine gute Wahl. Stellen Sie ihm in Aussicht, dass er Sie und das Pferd weiter unterrichten wird, sprechen Sie vorerst aber nicht von Beritt. Sie suchen kein ‚Zukunftspferd’, sondern eines, das Sie gleich mit Freude reiten können. Wenn der Reitlehrer Ihnen ein solches Schätzchen empfiehlt, schauen Sie nicht auf den Preis! Es ist sehr wahrscheinlich, dass das Pferd etwas teurer sein wird als ein vergleichbares, ohne Hilfe erworbenes. Ein Profi-Reiter wird praktisch immer Provisionen einstreichen. Ärgern Sie sich nicht darüber, sondern nehmen Sie das als faire Vergütung für objektive Beratung. Wenn Sie ein Pferd finden, das zu Ihnen passt, ist es die paar Zusatz-Euro unbedingt wert!

 

Werbeträger ...

Der Interessentenkreis für sichere, umgängliche Freizeitpferde ist groß – allerdings soll es möglichst kein ‚Durchschnittspferd’ und kein ‚langweiliges’ sein, wie ein ‚sturer’ Haflinger, Norweger oder gar deutscher Warmblüter! In diese Bresche springen die Züchter und häufiger Importeure von ‚Exotenrassen’. Kaum zeigt ein Pferd mal eine etwas andere Gangart, kaum wird es auf einer Messe gezeigt, so finden sich auch schon Anzeigen, die es als ‚von Natur aus scheufrei’, ‚weich zu sitzen’, ‚einfach im Umgang’ anpreisen. Und natürlich teuer – schon durch den Import kann es ja kein ‚Schnäppchen’ sein. Tatsächlich sind diese Aussagen allerdings unter ‚Werbung’ abzuhaken. Die Verhaltensweisen des Equiden sind weltweit gleich – lediglich die Ausprägung gewisser Eigenschaften schwankt. Hochblütige Pferde scheuen tatsächlich eher als gelassene Gebirgsponys. Aber ein junger, schlecht ausgebildeter Tinker geht garantiert eher in die Luft als ein erwachsener, erstklassig geschulter Araber. ‚Von Natur aus’ ist also kein Pferd rittig und scheufrei. Allerdings kennt man in manchen Ursprungsländern Methoden, den Pferden rasch eine ‚Pseudo-Umgänglichkeit’ einzubläuen. Das mag mittels Gewalt oder Psychotricks geschehen. Grundsätzlich hält es aber nur dann ein Pferdeleben lang, wenn der spätere Nutzer den Terror fortführt. Der Freizeitreiter tut das selten, und insofern schlägt das ‚Liebsein’ des Pferdes denn auch irgendwann um. Dazu neigen fast alle derart vergewaltigten Pferde zu Angsttemperament. Der Reiter braucht nicht zu treiben – aber er sitzt auch immer auf einer geladenen Kanone. Entspanntem Reiten und gemeinsamem Weiterlernen mit dem Pferd kommt das nicht zugute. 

 

 

Das Gute liegt so nah ...

„Was haben sie sich die Mäuler zerrissen! Und jetzt beneiden sie mich!“ erklärt Manon begeistert. Sie spricht von den Mitgliedern ihrer Haltergemeinschaft, die sich vor Monaten nicht darüber einkriegen konnten, dass Manon viertausend Euro für ihren Fjordwallach bezahlt hat. Dafür, so erklärt man, hätte sie doch auch schon einen Isländer bekommen, einen Welsh Cob ... vielleicht sogar einen Andalusier ohne Papiere. Manon, da waren sich alle einig, hat sich hereinlegen lassen.

Inzwischen ist die Aufregung verpufft – oder besser gesagt verblüfftem Schweigen gewichen. Manon und ihr Odin legen nämlich am laufenden Meter Reitabzeichenprüfungen ab, nehmen an Gruppenausritten und Wanderritten teil. Odin lässt sich verladen, steht beim Putzen ruhig, und schmusig ist er auch noch. Manon hat das große Los gezogen. – Oder einfach nur vernünftig gehandelt?

Fjordpferde, Haflinger und andere Robuste sind keine Modepferde. Und manchmal verdienen sie auch ihren schlechten Ruf, weil in den letzten Jahrzehnten häufiger ‚vermehrt’ als gezüchtet wurde. Letzteres trifft besonders für Haflinger zu. Allerdings gibt es gerade im Robustpferdebereich auch sehr engagierte Züchter, die erstklassig gezogene, gut ausgebildete Pferde hervorbringen. Dafür möchten sie natürlich auch einen angemessenen Preis. Schade, dass ihn so selten jemand zahlt!

 

 

Wichtig bei der Pferdewahl:

         

Gute Lehrpferde sind teuer – auch wenn sie keine überragenden Gänge oder enormes Show-Talent vorweisen können. Auch Sicherheit und Scheufreiheit haben ihren Preis. Lassen Sie sich also nicht einreden, ‚für das Geld kriege man auch was Besseres!’. Das mag stimmen, aber was nutzt es, wenn das Traumpferd dann durchgeht oder steigt? Voll-ständig abzuraten ist von ‚Schnäppchenkäufen’. Wenn ein Pferd sehr preiswert ist, gibt es immer einen Haken!

         

Neuerdings kann man per Pferdepass die Geschichte eines jeden Pferdes nachvollziehen. Tun Sie das, wenn Sie sich ernsthaft für ein Pferd interessieren, und wählen Sie eines mit überschaubarem, stringenten Lebensweg ohne Ecken und Kanten. Pferde, die schon `zig Händlerställe durchwandert und allzu oft den Besitzer gewechselt haben, sind meist nicht mehr allzu kooperativ.

         

Vorsicht bei Importen. In der Regel weiß der Verkäufer hier nichts über die Vorgeschichte der Pferde (auch wenn er Gegenteiliges behauptet.). Auch beim Probereiten zeigen sie nicht zwangsläufig ihr ‚wahres Ich’, sie befinden sich ja immer noch in einer Ausnahmesituation. Besonders, wenn der Import erst kurze Zeit zurückliegt, ist ihr Kauf ein Glücksspiel – mit geringen Gewinnchancen!

 

 

Das richtige Pferd für Anfänger und

Wiedereinsteiger                                                                           

Geeignet sind ...

         

Ältere Pferde, ruhig 15 Jahre und aufwärts. Gut gerittene, erwachsene Pferde im besten Alter sind teuer, oft unbezahlbar für Normalverdiener. Ab 15 werden sie jedoch erschwinglich, gelten sie jetzt doch als ‚alt’, obwohl sie gerade unter einem Freizeitreiter noch zehn Jahre und länger arbeiten können. Dazu sind diese Pferde meist abgeklärter und nehmen Fehler nicht so schnell übel.

         

Vertreter von Robustpferderassen. Haflinger, Norweger, Fell and Dales-Ponys. Natürlich machen sie nicht so viel her wie stolze Spanier oder Araber. Dafür sind sie aber in aller Regel gelassener, erschrecken nicht so schnell und springen auch im Erschreckensfall nicht gar so weit und hoch. Auch hier sollte allerdings ein erwachsenes Pferd gewählt werden. Auch Robustpferde sind nicht ‚von Natur aus’ reitbar oder gar rittig.

         

Erfahrene Schulpferde. „Ich würde am liebsten den Django aus der Reitschule rauskaufen. Aber soll ich wirklich ...? Macht man das überhaupt? Sollte ich nicht ein interessanteres Pferd wollen?“ Wer sich in ein langgedientes Schulpferd verliebt, sich darauf sicher fühlt und es haben möchte, bekommt nicht nur sein individuelles Traumpferd, sondern tut obendrein ein gutes Werk. Zumindest, wenn er es aus der Tretmühle der konventionellen Reitschule befreit. Wichtig allerdings: Weiterhin Reitstunden nehmen! Auch Django ist kein Engel und wird irgendwann hinterfragen, ob sein neuer ‚eigener Mensch’ rangmäßig wirklich über ihm steht.

 

Und zum Schluss:

überprüfen Sie Ihre Finanzen! 400,00 Euro können Sie im Monat locker für Ihr Pferd rechnen. Kalkulieren Sie nicht zu knapp. Schließlich möchten Sie bei der Entscheidung für oder gegen eine Kolik-OP vielleicht nicht gegen die OP entscheiden müssen, weil sie keine 4.000 - 7.000 Euro über haben. Dann ist eine Reitbeteiligung doch vielleicht die bessere Alternative. Aber: andere Thema - anderer Brennpunkt.

 

 

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